Tanznotation und Bewegungsnotation

Notation

Notation beschreibt das Fixieren (qualitative und quantitative Repräsentation) von Dingen und Bewegungsverläufen in schriftlicher Form mit vereinbarten Symbolen. Typische Beispiele sind in der Mathematik und in der Musik zu finden. Das Fehlen einer Notation macht es bisweilen unmöglich, eine Handlungsabfolge oder einen komplizierteren Zusammenhang kurz und eindeutig zu vermitteln, bzw. zu erfassen. Sender und Empfänger bedienen sich praktischerweise der gleichen Notation.

Tanznotation

Eine Tanznotation ist die symbolische Repräsentation von Tanzbewegungen. Sie ist eine spezielle Ausprägung der Bewegungsnotation, da sie sich auf menschliche Bewegungen in spezifischen Tanzformen konzentriert.

Bewegungsnotation

Bewegungsschrift ist ein Schriftsystem, welches ermöglicht, die Bewegungen des menschlichen Körpers auf Papier aufzuzeichnen.

Meist dient die Schrift als kollektive Gedächtnisleistung.

Das vorrangige Einsatzgebiet von Tanznotationen ist die Dokumentation, Analyse und Rekonstruktion von Choreografien, Tanzformen oder technischen Übungen.

Geschichte

Im 19. Jahrhundert erfand Arthur Saint-Léon eine Tanzschrift (Sténochorégraphie, 1852), die von Friedrich Albert Zorn weiterentwickelt wurde (Grammatik der Tanzkunst, 1887). Die bedeutendsten Versuche einer Tanzschrift im 20. Jahrhundert stammen von Rudolf Laban (Schrifttanz, 1928) und von Rudolf und Joan Benesh.

Heutige Choreografen orientieren sich zumeist an Videoaufzeichnungen.

Der Computer hat neue Möglichkeiten zur Tanznotation geschaffen.

Derzeit werden verschiedene Methoden benutzt, um Tanzbewegungen aufzuzeichnen:

Es gibt viele verschiedene Formen von Tanznotationen, aber die beiden meistbenutzten Systeme sind

Seltener sind:

Einige Notationssysteme sind auf spezifische Tanzformen zugeschnitten

Literatur

Problem

Das Problem liegt darin, dreidimensionale komplexe Bewegungs-Abläufe, die sich ständig verändern, auf eine zweidimensionale Computer-Bildschirmfläche zu bannen, so dass sie jeder versteht.

Viele Verfahren und Systeme sind:

Problemlösung

Angezeigt werden muss

Tanztechnik

Die Tanztechnik ist ein gemeinsames Teilgebiet von Technik und Kunst, in dem Techniken zur Unterstützung und Reproduktion von Tanzdarbietungen entwickelt werden.

Aufzeichnung, Analyse und Reproduktion

Tänze exakt aufzuzeichnen, ist keine leichte Aufgabe, denn man muss dazu die räumlichen Bewegungen mindestens einer Person über die Zeit hinweg aufzeichnen. Bisher kennt man folgende Formen der Aufzeichnung:

Diese sind jedoch ungenügend, da sie nicht alle zur Reproduktion benötigten Informationen enthalten: Die Zeichnungen sind ungenau sowie zweidimensional, und Veränderungen über die Zeit hinweg werden nicht aufgezeichnet. Die räumliche und zeitliche Dynamik bleibt unbeachtet.

Bildliche, statische, dreidimensionale Aufzeichnung:
Auch die Bildhauerei bringt keine wesentliche Verbesserung. Zwar ist die Darstellung hier räumlich, aber wieder sind keine Informationen über zeitliche Abläufe bekannt.

Bildliche, dynamische, zweidimensionale Aufzeichnung:
Die Aufzeichnung von Tänzen als bewegte Bilder ist die heute vorherrschende Aufzeichnungsmethode. Videos vermitteln einen relativ genauen Eindruck eines Tanzes, erfahrene Tänzer können durchaus Tanzbewegungen aus Tanzvideos lernen. Ein Manko bleibt die fehlende räumliche Dimension.

Bildliche, dynamische, dreidimensionale Aufzeichnung:
Auf diese Weise aufgezeichnete Tänze - beispielsweise durch Bewegungserfassung - enthalten auch die letzte räumliche Dimension. In diesem Gebiet fehlt es bisher an effektiven Reproduktionsmethoden.

Semantische Aufzeichnung:
Statt Tänze bildlich aufzuzeichnen, kann auch nur der Bedeutungsgehalt aufgezeichnet werden. Tanzbücher versuchen, Bewegungen in Worten zu beschreiben, Animationsprogramme versuchen, Bewegungen als Rotationen und Verschiebungen darzustellen. Analysealgorithmen versuchen, bildliche Aufzeichnungen in Worte umzuwandeln.

Die Tanztechnik untersucht:

Probleme bei Haltung und Führung

Sind in ihrer jeweils dreidimensionalen Ausrichtung zu beschreiben.

Biegung der Gelenke:

Die teilweise verwendeten Symbol-/Zeichen-Sprachen sind zu kompliziert für die meisten Menschen und werden auf in-Tanz.de durch leicht verständlichen Text ersetzt.

Lösung

Komplexität zerlegen auf mehrere Ebenen und Medien:

  1. Einleitung mit Überblick über die Figur ohne Schritte/ Füße. Zur Vereinfachung werden nur Richtungen im Raum aufgezeichnet, beschrieben und mit einer Animation unterlegt.
  2. Einzelschritte des Herrn mit Füßen mit Taktangaben (langsam bzw. schnell) und Fersen-Ballen-Belastung, sowie mit Führung.
    Dies wird mit einer Animation aus Herrensicht unterstützt.
  3. Einzelschritte der Dame aus ihrer Sicht mit Füßen mit Taktangaben (langsam bzw. schnell) und Fersen-Ballen-Belastung.
    Dies wird mit einer Animation aus Damensicht unterstützt.
  4. Dann werden die gemeinsamen Schritte und Körperbewegungen animiert.
    Gesamtablauf ohne Unterbrechung mit Fußbewegungen beider Partner im Zusammenspiel mit Taktangaben (langsam bzw. schnell).
  5. Zum Schluss werden Filme zu vielen Figuren mit zahlreichen Varianten angeboten.

Sie sehen, in-Tanz.de bemüht sich, eine moderne Tanznotation anzubieten, die einerseits wissenschaftlich fundiert und andererseits auch leicht anwendbar ist.

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